Die Wolken ziehn....

 

 

 

 

 

Die Jahreszeiten ziehnneue Begleiter finden – wenn anderes geht. Ich kann sehr dankbar sein, dass wir einen Garten haben. Der Himmel ist dort zwar immer wieder viereckig – manchmal ziehen Beklemmungen auf….wenn über dem Himmel die Flugzeugspur zieht….wohin…wenn ich realisiere, dass ich selbstständig nicht mehr das Haus verlassen kann…und das hier, jetzt mein Stück Himmel ist.


Andere haben keinen Garten…keinen Balkon…die immer gleichen Wände, die immer gleichen Quadratmeter, wenn man sie denn noch stehend durchqueren kann.


Ich habe einen Himmel…da alles so still geworden ist…lerne ich dem Himmel zuzuhören….seine Wolken und wechselnden Farben bedeuten für mich jetzt Bewegung.


Einmal – am Anfang – die Krankheit schafft immer neue Übergänge….vor 2-3 Jahren konnte ich noch selbstständig das Haus verlassen – kleine Spaziergänge – unterschiedliches Gras, sprechende Bäume…da war der Schritt, die Wohnung – den Garten als mein Universum zu begreifen – noch neu….im Dunkeln war ich draußen und starrte und starrte in den Nachthimmel, konnte die Wände, die meine Wohnung, umschließen nicht mehr ertragen!


Wieder Glück – es gibt andere Formen des Glücks als früher…mein Partner fand mich und verstand…noch in der Nacht packte er mich ins Auto und fuhr an einen See….dort stand ich schwer entkräftet und sah in die dunkle Weite, kaum zu sehen aber ich spürte Weite, Weite….dämmrige Schatten die von Weite sprachen….ich sah mich satt…es musste reichen…wenn ich nicht untergehen will…dann begreife ich jetzt meine Wohnung und den Garten als meine Welt…und höre dem Himmel über mir zu – der von Weite erzählt. Und ich will nicht untergehen… noch nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anfang

 

war das Wort

und das Wort ist Fleisch geworden

es wurde von Liebe gesprochen

von Friede und Vergebung

von Sanftmut

von Klarheit

und Freude

das Wort spricht und spricht

aber

 

 

 

Menschen in Not soll geholfen werden, steht auf den Papieren
Aber nach welchem Maß wird neuerdings gemessen?
Sind Transitzonen der Beginn von Grenzen? Und wer sagt was ein sicherer Drittstaat ist? Und was sagen diese festgelgten Drittstaaten dazu?

Und wie wollen wir Grenzen schützen? Um welchen Preis?

 

 

 

 

Wir leben in einem christlichen Land....Flüchtlinge überqueren die Meere....was würden w i r tun wenn wir aus den unterschiedlichsten Gründen keine Perspektive für uns oder unsere Familien hätten?

Unsere Wohnungen sind voll mit Dingen und Konsumartikeln aus der sogenannten dritten Welt ....das Wort an sich ist schon absurd...wer legt diese Definition fest? Wie kann es eine erste oder zweite Welt geben?

Wie kann unser Land Waffen verkaufen, daran verdienen dass es woanders Krieg gibt und sich dann noch wundern, dass die Menschen fliehen?

Den Menschen die in unser Land kommen keine Perspektive zu bieten - kann nicht zum Ziel führen - und im Gegensatz zu früher scheint es so als seien die Politiker vorsichtiger geworden in dem was sie sagen....Sagen und Denken ist jedoch nicht immer das Gleiche und schon gar nicht Tun.

Viele, viele Menschen wollen inzwischen den Ankommenden helfen...es entsteht das neue Wort einer "Willkommenskultur", viele Ehrenamtliche Menschen - viele die ihre freie Zeit oder gar ihren Urlaub nehmen - es geschieht etwas - die Stimmung verändert sich - an der Basis sozusagen....

Aber Entscheidungen über Integrationsmöglichkeiten, über menschenwürdige Wohnbedingungen über Schul-und Bildungsmöglichkeiten über genügend Personal, über Schulungen im Umgang mit anderen Kulturen und in dem Fall auch erlebter Traumatisierung....ob diese Gelder freigesetzt werden, entscheiden andere.

Es gibt viele Menschen die sich aktiv einbringen wollen und auch können - aber ähnlich wie im Gesundheitssystem - ist es notwendig dass die Arbeit am und mit dem Menschen mehr Wert-Geschätzt wird....dass nicht Produktproduzierendes - auch einen Wert hat!

Die Umstellung auf eine multikulturelle Gesellschaft...liegt vielleicht erst in ihren Anfängen...Lange, lange war es den Politikern bekannt - dass es zu solchen Flüchtlingsströmen kommen wird - aber es war wohl keine Motivation vorhanden sich darauf vorzubereiten. Vielleicht ist jetzt diese Zeit - eine Chance - und vielleicht wächst Europa an dieser Herausforderung....es bleibt zu Hoffen und zu Wünschen.