Die Wolken ziehn....wie meine Gedanken - Leben mit ME-CFS

 

 

 

 

Lyrik im Leben mit ME-CFS - One of the Millions-Missing - auf der Suche nach der Identität mit unsichtbarer und nichtanerkannter Erkrankung

 

 ...manchmal gibt es nichts...ich liege im Garten...und das einzige was sich bewegt sind die Wolken am Himmel...über die Flugzeuge und wohin sie fliegen....denke ich nicht (mehr) nach....über den ein oder anderen auftauchenden Gedanken schon....

 

 

 

 

Die Jahreszeiten ziehnneue Begleiter finden – wenn anderes geht. Ich kann sehr dankbar sein, dass wir einen Garten haben. Der Himmel ist dort zwar immer wieder viereckig – manchmal ziehen Beklemmungen auf….wenn über dem Himmel die Flugzeugspur zieht….wohin…wenn ich realisiere, dass ich selbstständig nicht mehr das Haus verlassen kann…und das hier, jetzt mein Stück Himmel ist.


Andere haben keinen Garten…keinen Balkon…die immer gleichen Wände, die immer gleichen Quadratmeter, wenn man sie denn noch stehend durchqueren kann.


Ich habe einen Himmel…da alles so still geworden ist…lerne ich dem Himmel zuzuhören….seine Wolken und wechselnden Farben bedeuten für mich jetzt Bewegung.


Einmal – vor Jahren...diese Beklemmungen, dieses Gefühl...ich kann nicht mehr selbsständig rauß, ich kann gar nicht mehr rauß - dieser Hunger nach Weite, nach Himmel, nach Raum...diese Erinnerung an das andere Leben und jetzt diese paar schweren Schritte im Haus...ich weiß diesen Moment noch...als ich im Dunkeln im Garten stand, an der Garagenwand gepresst - und in den Nachthimmel starrte, Luft atmete, Dunkelheit spürte...


Wieder Glück – es gibt andere Formen des Glücks als früher…mein Partner fand mich und verstand…noch in der Nacht packte er mich ins Auto und fuhr an einen See….dort stand ich schwer entkräftet und sah in die dunkle Weite, kaum zu sehen aber ich spürte Weite, Weite….dämmrige Schatten die von Weite sprachen….ich sah mich satt…es musste reichen…wenn ich nicht untergehen will…dann begreife ich jetzt meine Wohnung und den Garten als meine Welt…und höre dem Himmel über mir zu – der von Weite erzählt. Und ich will nicht untergehen… noch nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In mir tauchen Gedanken auf:

 

 

 

 

 

 

...dann denke ich wieder an mein eigenes Leben....und lass die Gedanken weiterziehn...wohin weiß ich nicht...