MCS
MCS steht für Multiple Chemikaliensensivität (Multiple Chemical Sensitivity) - (MCS)
Umweltmediziner codieren teilweise über ICD 10 T 78.4 „Überempfindlichkeit o.n.A.“ Damit wird es dort jedoch nicht als eigenständiges Krankheitsbild definiert.
Inwieweit das auch beim ICD 11 noch so sein wird, ist mir im Moment nicht bekannt.
...auch Patientenvereine/initiativen in anderen Ländern sind hier aktiv...so wird z.Bsp. versucht über "Deklaration von Madrid", die WHO dazu zu bewegen, in der neuen ICD-11 WHO Krankheitenkodierung MCS doch als eigenständige Kausalität aufzunehmen.
Mehr und aktuelle Informationen dazu bei: https://www.mcs-cfs-initiative.de
Bei den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen in Deutschland, nach denen der GdB sich richtet, ist MCS in Teil B Punkt 18.4 zu finden.
Hier unter der Fibromyalgie wird CFS und MCS "mitbenannt".
Die Entstehung von MCS ist möglich entweder durch:
- einer einmaligen hohen Dosis einer chemischen Substanz
(Zum Beispiel Formaldehyd, Lösungsmittel, Unkraut und Insektenbekämpfungsmittel, Narkosemittel oder hohe Kontamination von Baustoffen in neu sanierten oder renovierten Gebäuden) - oder der Aussetzung, niedrig dosierter chemischen Cocktails über Jahre
(sei es durch Einatmung, Berührung oder Einnahme)
Der Körper verliert die Fähigkeit auf kleinste chemische Einflüsse zu reagieren denen wir im Alltag begegnen;
Die Gesundheitsstörungen können bis zu anaphylaktische Schockreaktionen führen.
Schaubild: MCS kann alle Organe betreffen - Immunsystem, Nervensystem, Herz, Haut, Atmung, Magen, Stoffwechsel u.w.
- Es muss nicht immer "MCS" sein - aber ich denke als chronisch Erkrankter (oder auch als gesunder Mensch) kann es sinnvoll sein, sei es in der Entstehung oder Verstärkung von Symptomatiken, durch die zusätzliche (und im Prinzip unnötige) Entgiftungs-Belastung bei einer Erkrankung mit bereits auf hochtouren arbeitenden Organe, wie Leber, Niere, Lymphe usw. sich hier "Entlastung" durch Information und Absenkung der aufgenommenen Schadstoffe zu kreieren.
- Dies könnte ein Weg zur Symptomminimierung sein und wird aus meiner Sicht von medizinischer, politischer wie auch privater Sicht viel zu wenig beachtet bzw. mitgedacht.
Es ist nicht unerheblich was wir in unseren Körper aufnehmen, durch Atmung, Kontakt, Nahrung usw.
- aus der Innenraumluft
- Möbel, Kleidung, Baustoffe...
- Reinigungsmittel, Waschmittel und Kosmetika
- Medizinprodukte
- durch die Ernährung
- durch Arbeitsstoffe
Was würde ich mir wünschen:
Wenn eine Person vorerkrankt oder bis dahin gesund zum Arzt mit neuen Symptomen geht...eine kurze Abfrage...
- welchen Beruf haben Sie
- arbeiten oder wohnen sie in einem neuen oder anderen Gebäude als bisher
- gab Renovierungen, Sanierungen, neue Möbel
👉Es kann nie "schaden" Bewusstsein dafür zu schaffen und sich mit weniger toxischen Stoffen zu umgeben um so nicht weiter den Körper und seine Organe zu belasten.
Insbesondere wenn die Entgiftungsmöglichkeiten durch eine andere Erkrankung eingeschränkt sind...und man durch wenig Bewegung die körpereigenen Entgiftungsmöglichkeiten geschwächt sind... (Lymphe braucht Bewegung) - wenig "frische Luft"...da viel in einem Raum, geschwächte und überlastete Organe durch die primäre Erkrankung und so wird Abtransport und Ausscheidung von toxischen Stoffen schwierig.
Oder ganz simpel...Kopfschmerztabletten bei Kopfschmerzen durch neue Wandanstriche (Lösungsmittel), neue Möbel (Formaldehyd) oder Elektrogeräte (Flammschutzmittel)...sind nicht zielführend...
In Sachen MCS: Vom Beginn der schädigenden Einwirkung von Chemikalien bis zum ersten Auftreten der Symptome können Jahre vergehen.
Zu den Triggern gehören u.a. Duftstoffe die in alltagsüblichen Produkten vorkommen, das können sein Lösemittel, Desinfektionsmittel, Pestizide, Emissionen von Farben, Lacken, Klebern, Teppichen, Kunststoffen, elektronische Geräte (ausdünstendes Flammschutzmittel)... u.v.a.m
Hier weitere Artikel die das Leben mit MCS betreffen:
- Ein Leben mit MCS verändert die Sichtweise:
Ein-Leben-mit-MCS...es betrifft den Alltag, das soziale Leben, die Erwerbsfähigkeit - eigentlich alles
- Psychiatrisierung und Bagatellisierung von MCS:
Bagatellisierung von MCS.... Unsere Zivilisation hat auch Nebenwirkungen, die leider nicht auf der Packungsbeilage stehen. Der starke Drang diese Erkrankung, die aufgrund von uns umgebenden Schadstoffen überhaupt erst entstehen kann, in die psychische Ecke zu verbannen stigmatisiert die Patienten und verhindert eine aufschlussreiche Diagnostik und Behandlung.
- Umweltmedizin in Deutschland
MCS-Umweltmedizin... das RKI stellt (2020) fest...die umweltmedizinische Versorgungssituation in Deutschland ist nicht ausreichend - und der Blickwinkel in den psychischen Bereich verhindert umfassende und zielführende Diagnostik
- Olfaktorische Reize(Die Wahrnehmung von Gerüchen) - in der Werbung genutzt um Frische und Sauberkeit zu signalisieren - aber wie sieht es mit der Zutatenliste der zugesetzten Duftstoffe aus?
Produktbeduftungen....und andere Maskeraden - nicht nur die Verführung zum Kauf ist eine Nebenwirkung, auch und vor Allem die Einwirkungen auf unsere Gesundheit ......mit Emotionen wird unsere Motivation zum Konsum erhöht - aber durch die Duftstoffmaskerade auch schädliche Produkte als harmlos maskiert.
- Umwelterkrankungen - nicht die Umwelt macht uns krank - sondern die von Menschen zugesetzten toxischen Stoffe ohne Berücksichtigung auf die Auswirkungen auf den Mensch und unserer Umgebung.
Umwelterkrankungen...Toxische Stoffe aus unserer Arbeitswelt, Wohnung oder Umgebung erzeugen Abweichungen im zellulären Energiestoffwechsel und in der körperlichen Immunabwehr. Daraus resultieren die unterschiedlichsten Krankheitsbezeichnungen.
- Elektromagnetische Umweltbelastungen
Elektrosensibilitaet....können weiter zu Zellschädigung führen und so ME/CFS und MCS Betroffene weiter schädigen.
- Thema (Nicht)Teilhabe und Behinderung und MCS
Antrag-Behinderung ...Antrag auf Anerkennung der Schwerbehinderung, Persönliches Budget, Assistenz und weitere (finanzielle) Entlastungen.
Behinderung-MCS...und wie kann Teilhabe aussehen.
- Möglicherweise ist der eigene Wohnraum nicht mehr verträglich:
Wohnbarrieren...dann wirds ganz eng!
- MCS ist eine schwer behindernde Erkrankung:
Barrierefreiheit...– dabei dürfte im Sinne der Gleichbehandlung dem Grundgesetz nach niemand wegen einer Behinderung benachteiligt werden.
- Was tun im Pflege-u.Krankheitsfall, die einen Arzt benötigt:
Patientenverfuegung...auch darüber muss leider nachgedacht werden...und mit Vollmachten Vorsorge treffen
Behandlungsvorausplanung ...Das Szenario was die Patientenverfügung nicht abdeckt und eher den Alltag widerspiegelt...Krankenhausaufenthalte, Pflegesituationen, Notfallvorgehen, die wichtigsten Informationen für Pflegende, Freunde, Ärzte...
- Thema Existenzsicherung:
Existenzsicherung...(Rente/Pflege/Behinderung)
Pflegegradantrag ...Per se kommt es ja nicht auf die Erkrankung an, sondern auf den Unterstützungsbedarf bzw. auf den noch vorhandenen Selbstständigkeitsgrad. Gesundheitliche Einschränkungen aufgrund von Folge oder Primärerkrankungen und damit darauf Angewiesensein auf Hilfe und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung - kann damit auch bei MCS zu einem Pflegegrad führen.
Weitere wichtige Informationen zum Thema MCS:
- Informative Links MCS
Anlaufstellen, Patientenvereine, Foren u.a.
- News-Aktionen-Termine-MCS
- Literatur/Bücher MCS und Umwelterkrankungen
MCS-Umweltschadstoffe-Erkrankung-Bücher - MCS-Info-Flyer
MCS-Info-Flyer+Informationen
Unter der Seite: Visibel-Aktionen gibt es eine Sammlung laufender Möglichkeiten, auch von zu Hause, aus mit Unterstützung von Vereinen oder anderen Aktiven - je nach krankheitsbedingten Möglichkeiten aktiv zu werden und dazu beizutragen die Erkrankung sichtbar zu machen - so dass sich (hoffentlich) langfristig die Lebensqualität der Betroffenen wenigstens etwas verbessern kann.
Multiple Chemikaliensensitivität

