Ethischer Handel - statt Markt um jeden Preis

 

...Was verbirgt sich eigentlich unter dem maskeradischen Begriff des schönen Wortes...Freihandel?!...

 

 

Die Zeit bringt immer neue Varianten hervor deren Auswirkungen der normale Verbraucher - ich befürchte auch die Politiker, nicht übersehen können...

 

  • Eine aktuelle Variante davon (Juli 2018) ist das sogenannte Jeftaabkommen...hier kann es unter anderem auch dazu kommen, dass das Wasser - bisher Hoheitsgebiet der Kommunen, privatisiert werden soll!

Mehr Informationen dazu: www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jefta

(Selbst die Gewerkschaft versucht das noch zu verhindern)...wird denn alles zu Geld gemacht und verkauft ohne über weitere Konsequenzen nachzudenken)

 

 

CETA....TTIP.....TISA...und was da sonst noch so kommt... 

Was verbirgt sich eigentlich hinter diesen Buchstabenkombinationen??? Und was hat das mit jedem Einzelnen von uns zu tun?!

 

(Die Buchstabenkombinationen mögen sich ändern - aber...)

 

CETA (Kanadisch-Europäisches-Abkommen)  – TTIP (Europa und USA)  - TISA (EU, USA und 21 weitere Staaten wollen auch Dienstleistungen von „Handelshemmnissen“ befreien, das bedeutet unter anderem die Gesundheits-, Wasser-, Energieversorgung und Bildung sollen möglichst vollständig privaten Unternehmen überantwortet werden. (TISA)

 

...Gut die Politik überholt sich oft selbst...bei der Verfassung dieses Artikels war noch nicht abzusehen - dass mit dem Präsidentenwechsel in den USA - sich TTIP - schon fast von selbst erledigt. (Da selbst die paar Umweltbestimmungen der Spitze der USA schon zuviel ist...es geht um den Markt...und es geht um Verkaufszahlen...es geht nicht um Menschen und nicht um nachhaltiges Denken bezüglich unseres Mutterplaneten...)

 

Der Artikel wurde im Herbst 2016 verfasst - insoweit sind neuere Entwicklungen darin nicht enthalten. Aber es gibt einen guten Einblick...welche Wirtschaftsideen umgesetzt werden sollen...

 

...und diese Buchstabenhülsen sind alles keine abstrakten Gebilde, die mit uns nichts zu tun haben!

 

Zitat Fatigatio : ..."Ein Schlag ins Gesicht"....(April 2017) Auswirkungen des europäischen Binnenmarktes:

Bauproduktehersteller können hierzulande jetzt Waren verkaufen, die bislang den deutschen Anforderungen zum Schutz der Gesundheit und der Gebäude nicht gewachsen waren (Im Rahmen des Freihandels und europäischen Binnenmarktes!)

 

Gekippt wurden Vorgaben zum Schutz vor Emissionen flüchtiger organischer Substanzen (VOC)

vdi-nachrichten.com/Technik/Schutzluecke-Bauprodukten

 

VOC-Ausdünstungen

Mögliche Quellen für VOC in Innenräumen sind Bauprodukte oder die Innenausstattung, wie beispielsweise Fußboden-, Wand- und Deckenmaterialien, Farben, Lacke, Klebstoffe und Möbel. Die flüchtigen organischen Verbindungen gelangen in die Raumluft, wenn Lösemittel verdunsten und flüssige oder pastöse Produkte trocknen. Sie können aber auch aus festen Produkten entweichen, wie z. B. aus Kunststoffen. Materialien natürlichen Ursprungs können ebenfalls VOC in die Umgebungsluft abgeben (z. B. Terpene aus Holz). VOC werden darüber hinaus auch aus Pflege-, Desinfektions-, Reinigungs- und Hobbyprodukten oder durch Tabakrauchen freigesetzt.

http://www.innenraumluft.nrw.de/4_schadstoffe/voc.php

 

 

Was soll nun generell mit Freihandelsabkommen erreicht (oder legitimiert) werden?

 

 

 

Mehr Handel, mehr Wachstum, mehr Jobs macht mehr Wohlstand (für wen?)…..was aber verbirgt sich hinter dieser Harmonisierung und Verbilligung ( und wie sehen das mittelständische lokale Betriebe?)…. ist es das was wir wirklich wollen!? Oder ist Wirtschaftswachstum nicht erst dann sinnvoll wenn es der Verbesserung der Lebensqualität der Menschen dient und zwar überall auf der Welt…

 

Oder auch...

 

 

 

Übrigens:

 

 

 

 

 

Freihandelsabkommen können Konzernen Sonderklagerechte einräumen, mit denen sie einen Staat vor „besonderen Gerichten“ (private Schiedsgerichte)auf hohe Schadensersatzsummen verklagen können, wenn sie sich durch ein neues Gesetz benachteiligt sehen. Das heißt Unternehmen können gegen einen Staat klagen wenn dessen Politik sein „legitimes Gewinninteresse“ beeinträchtigt sieht! (Wer legitimiert hier eigentlich wen?!)

(Das heißt bspw. wenn ein Staat seinen Arbeitsschutz erhöhen möchte dort wo für den Menschen und Umwelt gefährliche Ressourcen abgebaut werden…kann das schon ein „legitimes Gewinninteresse“ beeinträchtigen!!! So müssen diese Auflagen vom Staat zurückgezogen werden weil ihm sonst durch dieses „private“ Schiedsgericht hohe Schadensersatzansprüche zugesprochen werden durch so „entgangene Gewinne“…da fragt man sich welche Macht eigentlich noch Verfassungen haben – wenn die sowieso schon bestehende Einflussnahme der Wirtschaft jetzt durch Wirtschaftsverfassungen auch noch legitimiert wird!)

 

Der Artikel basiert auf meiner Recherche im Oktober 2016 - inzwischen hat sich ja wieder einiges getan. Aber das Prinzip der Länder - "Handelshemmnisse abzubauen" und "Gewinnmaximierung" für Großkonzerne auszubauen - wird deswegen trotzdem ungebrochen weiter gehen. Es wird auch nicht weniger solange umwelt- und gesundheitspolitische Aspekte einfach nur als Einschränkungen für den freien Markt gesehen werden!(Und der "freie Markt" uns als frei weiterhin eingetrichtert wird)

 

 

Ziel ist es möglich „viel Markt und wenig Staat“ zu etablieren. „Wirtschaftsverfassungen“ regeln dann unser Leben anstatt ethisches Handeln.

 

In der EU gilt (zumindest theoretisch) das Vorsorgeprinzip zum Schutz der Verbraucher vor gefährlichen Stoffen. In den USA herrscht das Risikoprinzip, bei dem ein Stoff erst verboten wird, wenn die Risiken eindeutig bewiesen sind. In Europa hingegen muss ein Produkt, bevor es zum Konsumenten gelangen kann, überprüft werden.

(Das Vorsorgeprinzip - im Rahmen des ständig und unkontrollierten zunehmenden Strahlungsvolumens - (in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Krankenhäusern, Wohnumgebung, privater Wohnraum....) scheint im Rahmen des allseitigen Konsens "Digital first" - mit Sang und Klan unterzugehen.)

 

Von vielen Organisationen wird weltweit stattdessen ein fairer und ethischer Handel gefordert !

 

Den großen Lobbyisten könnten dadurch jedoch Gewinne und Machtpositionen entgehen und so setzen sie viel Energie daran, auf die sehr intransparenten Verhandlungen, für diverse Freihandelsabkommen Einfluss zu nehmen!

 

Wolfgang Kessler im Dossier des Publik Forum 07/16 „Vorfahrt für die Konzerne“ Seite 4

 

 

 

 

Jahr für Jahr werden die Ausgaben für  Lobbyarbeit allseits erhöht und um was geht es? Die Aufteilung des Weltmarktes - doch nicht um unser privates Glück! Seite 28: gen-ethisches-netzwerk

 

…und hier geht es um Millionen!

 

 

Auch das Gesundheitswesen wird so zur Marktware!

 

…und so könnten toxisch chemische Substanzen die bereits in der EU verboten worden sind und bei denen selbst niedrigste Konzentrationen ernste Folgen für Gesundheit und Umwelt haben wieder auf dem hochgelobten und über allem stehenden Markt zugelassen werden.

 

Medikamentenzulassungen, Preise für Medikamente, Zulassungskriterien, Zugangsmöglichkeiten zu Medikamenten (davon profitieren aber die ärmeren Ländern nicht – genauswenig was Arbeitsschutz oder Umweltschutz angeht) …..

 

Die Industrie wünscht sich eine "Angleichung" der unterschiedlichen Chemikaliengesetzgebungen der EU und der USA. Das würde die in der Regel strengere EU-Gesetzgebung untergraben. Denn die amerikanische Chemikalien­gesetz­gebung TSCA hat hier wesentliche Schwachpunkte gegenüber der europäischen: In Europa gilt das Prinzip: "Keine Daten, kein Markt". Die Hersteller einer Chemikalie müssen Daten über ihre Sicherheit vorlegen, sonst darf sie nicht verkauft werden. In den USA ist die Beweislast umgekehrt: Hier müssen die Behörden nachweisen können, dass eine Chemikalie umwelt- oder gesundheitsschädlich ist. So lange gilt der Stoff als zugelassen.

 

Die USA hat es bis heute noch nicht einmal geschafft, dem krebserregenden Asbest vollständig zu verbieten! Die gegenseitige "Harmonisierung", betreffen auch andere chemikalienrelevante Bereiche wie z. B. Kosmetik, Düngung, Gentechnik….

Und immer wieder ertönt das "legitime Gewinninteresse" - und das was ihnen entgegensteht (Handelshemmnisse) - und was wenn alle (Handels-)Hemmungen fallen? Und von wem wurde diese "Legitimation" eigentlich erteilt?!

 

Freihandel sieht vor, dass in Zukunft Gesetzesvorhaben zwischen Behörden der jeweiligen Freihandelspartner abgestimmt und Auswirkungen auf den transatlantischen Handel berücksichtigt werden. Wirtschaftsakteure sollen dabei ein Mitspracherecht haben – und könnten unliebsame Gesetze stoppen, noch bevor sie ein demokratisch gewähltes Parlament diskutiert. Strengere Vorgaben für hormonelle Schadstoffe wie Bisphenol A, das bereits EU-weit in Babyfläschchen verboten ist, aber auch in zahlreichen weiteren Alltagsprodukten vorkommt, wären dann kaum noch durchsetzbar. Zudem hätten die Konzerne die Möglichkeit, Staaten, die giftige Chemikalien verbieten wollen, auf Entschädigung zu verklagen!

 

Quelle Bund e.V. Bund Projekte für internationalen Umweltschutz

 

 

…lt. einem Artikel in der Zeit geht es bei der Verbindung Bayer & Monsanto gerade mal um 66 Milliarden…gut da sind ein paar Millionen für Lobbyarbeit nicht wirklich auffällig…daran denken was man mit diesem Geld anfangen könnte…darf man irgendwie nicht…oder doch…wenn uns die Nachrichten ständig suggerieren dass kein Geld da ist…fürs Gesundheitswesen, für bezahlbare Wohnungen, für Integration….

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-09/bayer-kauft-us-saatguthersteller-monsanto

 

Mit Pestiziden und Gentechnik der Großkonzerne gefährden wir weiter unsere Ernährungs- und Lebensgrundlage und die der künftigen Generationen!

 

Ist uns eigentlich bewusst zum Beispiel, dass Mikroplastikteile der Kosmetik-Industrie als Grundstoff dienen? Da die Klärwerke jedoch nicht in der Lage sind, den Eintrag in die Gewässer zu verhindern, wurde Mikroplastik bereits in Lebensmitteln nachgewiesen!

Mehr über die Grenzwertigkeit der Grenzwerte und über die Auswirkungen von Chemikalien auf unsere Gesundheit hier unter: Lebenszeit-cfs/Grenzwerte ...und Lebenszeit-cfs/Leben mit Chemikaliensensivität

 

 

Fragen die sich mir aufdrängen, hat diese Art der Aufteilung des Weltmarktes wirklich zum Ziel....dass:

 

  • Alle Bevölkerungen (und alle Teile einer jeweiligen Bevölkerung) berücksichtigt werden?
  • Die Erde und damit unsere Lebensgrundlage nachhaltig geschützt ist?
  • Stehen sich ethisches Handeln und ständige Gewinnmaximierung (für wen eigentlich?) nicht im Wege
  • Ist es nicht Zeit neue Ziele zu setzten ....und zwar höchste Zeit?
  • Ist die Suggestion; dass damit unser Wohlstand und unsere Arbeitsplätze (= Sicherheit) nicht in Wirklichkeit eine Lüge?
  • Dient es unserer Gesundheit?
  • Bedeutet Schnelligkeit in allem (Digitalsierung um jeden Preis) - wirklich eine Verbesserung unserer Lebensqualität?
  • Abgesehen von der humanitären Sicht - schafft es wirklich mehr Sicherheit - wenn andere Länder in ihrer Lebensqualität abgehängt oder vergessen werden?!

 

 

Wie steht es mit all dem....was nicht in (Geld) - Gewinn umgerechnet werden kann und nicht im Bruttosozialprodukt enthalten ist?

 

 

 

Quellen:

 

http://www.ttip-unfairhandelbar.de/start/das-abkommen/

http://www.attac.de/kampagnen/freihandelsfalle-ttip/hintergrund/ttip-und-kmu/

"Warum ist CETA ein Demokratieproblem? Sieben Gründe, warum Parlamente CETA ablehnen müssen von  Neelke Wagner und Roman Huber 2016

https://www.mehr-demokratie.de/fileadmin/pdf/Themen24_Demokratieproblem_CETA.pdf

http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/files/1510GeN_TTIP_Gesundheit_Broschuere.pdf

http://cbgnetwork.org/6472.html

http://cbgnetwork.org/3113.html

http://cbgnetwork.org/6869.html

swr.de/wissen/privatisierung-gefahren ...Ausverkauf - die Gefahren der Privatisierung

 

 

 

Der Grund-Artikel wurde im Herbst 2016 verfasst - insoweit sind neuere Entwicklungen darin nicht enthalten. Aber es gibt einen guten Einblick...welche Wirtschaftsideen umgesetzt werden sollen...(Hinweise auf neuere Abkommen sind dann mit Datum kenntlich)